Über 3000 Sportlerinnen und Sportler beteiligten sich am verregneten ewz.gigathon2000
Schlechtes Wetter als sechste Disziplin
(hmi). Was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten ewz.gigathlon unter widrigsten Witterungsbedingungen leisteten, war schlicht gigantisch. Allen Widrigkeiten zum trotz hatten sich 242 Singles (darunter drei Frauen), erstmals 54 Couples und nicht weniger als 466 Teams zur Fünf-Etappenreise mit Mountainbike, Rennvelo, Inlineskates, Schwimmen und abschliessendem Marathon vom Bergell nach Zürich angemeldet. Mit einer Zeit von 11:25.48,3 kam das Team Power Bar mit Captain Urs Dellsberger (Marathon), Roger Schütz (Mountain-Bike), Christoph Mauch (Velo), Anne Titze (Schwimmen) und Brigitte McMahon (Schwimmen) als schnellstes Team ins Ziel. Urban Schumacher (Savognin) wurde seiner Favoritenrolle als schnellster Einzelstarter gerecht. Knappe 14 Stunden brauchte der Bündner zum Titel des ewz.gigathlon Man 2000. Einen Favoritensieg gabs auch bei der Premiere der Couples, wo Karin Schuch und Daniel Keller mit 12:48.00,9 die Bestzeit setzten. Den Titel der ewz.Gigathlon-Lady 2000 holte sich Karin Hiss. Die 36jährige Snowboardlehrerin aus Muttenz, scheinbar an Kälte gewohnt, verwies die übrige Frauenkonkurrenz mit ihrer hervorragenden Zeit von 17:23.19,1 auf die Plätze.
Zentrales Thema des zweiten ewz.gigathlon war das Wetter. Ironische Wetterprognose beispielsweise im Mövenpick Glarnerland. Provokant die Frage: Kalt? Nicht mehr lange. Der grosse heisse Milchkaffee wartet bereits auf sie". Kalt und frisch verschneit präsentierte sich freitags den anreisenden Sportlerinnen und Sportlern der Julier. Knappe fünf Grad zur Mittagszeit und später leichter Schneefall. Für Samstag war im Hochsommer-Winter des Jahres 2000 Blitz und Donner auf der Alpennordseite angesagt. Allen blieb wenigstens die Gewissheit, von jenen Schauern verschont zu bleiben, die bereits seit zwei Wochen in Form fast anhaltender Niederschläge gefallen waren. Berechtigte Frage: Wann hat Petrus ausgeweint?
Im Bergell erwacht das Leben
Ruhig, weil durch erfahrene und eingespielte Helfer organisiert (insgesamt standen dem OK über 500 freiwillige Helfer, dazu 100 Sanitäter, Samariter und Masseure, sowie auf der Schwimmstrecke über den Obersee 40 Boote mit Rettungsschwimmern zur Verfügung), verlief in Vicosoprano der logistische Aufbau einer beachtlichen Infrastruktur zum ewz.gigathlon Camp. Freitags ab Mittag erwachte im ansonsten überaus verträumt und idyllisch wirkenden Bergell das Leben. Die ersten Teams trafen ein. Nach dem Check-In im ewz-Kraftwerk Löbbia, wo alle ihr Teilnehmer-Package erhielten, schossen kurze Zeit später durch geübte Hände ausgeführt, gegen 1300 Zelte wie Pilze aus dem Boden. Der Countdown zum grossen ultrasportiven Ausdauer-Abenteuer entlang des Weges des ewz-Stroms von der landschaftlich überaus reizvollen Ferienecke im Bergell in die grosse pulsierende Wirtschaftsmetropole Zürich stand unmittelbar bevor. Parallel zum Zeltaufbau rüstete derweil die Bergeller-Bevölkerung im grossen Festzelt die Breakfast-Bags. Alt und Jung aus den wenigen Ortsvereinen rekrutiert, packen mit fleissigen Händen über 3000 Portionen ab.Jeder Teilnehmer ein Sieger
Dr. Konrad Ammann würdigte am Vorabend in Vicosoprano den enormen Einsatz der gesamten Talschaft. Der ewz.gigathlon 2000 ist wohl das Grösste, was hier im Bergell je durchgeführt wurde. Die Einheimischen haben maximalste Leistungen in allen ihren möglichen Bereichen erbracht". Der ewz-Direktor zeigte sich höchst beeindruckt. Ungeachtet der Endzeiten und Schlussrangierungen, ist für mich schon heute jeder Teilnehmer ein grosser Sieger".Gigahtlon Director Peter Wirz liess es sich nicht nehmen, heuer selbst an den Start zu gehen. Beim Team ewz.gigathlon 2000 hatte er sich für die erste, anspruchsvolle Etappe über den Septimer eingeschrieben. Im gleichen Team übernahm Brigitte Röllin, ihres Zeichens dreifache Trans Swiss Triathlon Lady und 1998 bei der Weltpremiere mit 17:59.30,0 schnellste bei den Frauen (folgedessen auch erste Gigathlon-Lady) die Schwimmstrecke. Den abschliessenden Marathon bestritt Bruno Hürlimann vom mitorganisierenden ewz. Hürlimann hatte seinerzeit die Idee, der breiten Bevölkerung einmal mit einer sportlichen Veranstaltung den Weg des Stromes vom Bergell nach Zürich aufzeichnen zu können.
Peter Wirz schob vor dem Startschuss den 1998 auf den Ehrenplätzen landenden Urban Schumacher (Savognin) und dem Winterthurer Stefan Kläusler die grosse Favoritenrolle bei den Singles zu. Titelverteidiger Rod Raymond verzichtet auf den Start". Der US-Amerikaner weilte über Pfingsten in der Schweiz und leitete ein Trainingsweekend. Jetzt ist Raymond gerade in Alaska beim verrückten' Sportanlass The Beast' beschäftigt", liess Wirz den Gigathlon-Man 1998 entschuldigen.
Frauenanteil stark gestiegen
Bedingt durch die Tatsache, dass erstmals die Kategorie Couples zur Austragung kam zudem der markante Anstieg von 350 (1998) auf 466 Teams zu verzeichnen war, stieg damit automatisch auch der Frauenanteil. Peter Wirz über die Gründe, warum gerade diese Kategorie einen wahren Boom auslöste. Grosser Erklärungsbedarf herrschte vor zwei Jahren, weil die wenigsten unsere Philosophie des gemeinsamen Anreisens ins Bergell verstanden". Das geforderte Teamerlebnis, gemeinsam von A bis Z eine schwere sportliche Herausforderung zu bestehen und sich dabei auch Zeit zu nehmen, um gemeinsam etwas zu Erleben und zu geniessen, sei jetzt verstanden worden. Den grössten Frauenanteil am diesjährigen ewz.gigathlon 2000 war mit 81,1 Prozent beim Inlineskaten, gefolgt von 77,5 Prozentanteil beim Schwimmen zu verzeichnen gewesen. Einzig 11,8 Prozent trauten sich hingegen zu, die schwierige und anspruchsvolle Startetappe mit dem Mountain-Bike in Angriff zu nehmen.Haushälterisches Einteilen der Kräftereserven
Zu den Koryphäen der Ausdauersportler zählt zweifellos Erwin Dubach. Der Sanitärinstallateur aus Hinwil gehört mit der Teilnahme an allen sieben Trans Swiss Triathlons zu jenen sechs Mitgliedern, die jene Prüfung en suite als erfolgreiche Finisher beendeten und damit den Einzug in den exquisiten Trans Swiss Triathlon Masters Club' schafften. Der Zürcher Oberländer vor dem Start: Das Wetter könnte heute die sechste und schwerste Disziplin werden". Für alle würden aber, als schwacher Trost, die gleichen Bedingungen herrschen. Nicht die Kälte, sondern vielmehr die Nässe ist der ungemütliche Faktor". Erwin Dubach umschrieb sein persönliches Ziel wie folgt. Natürlich möchte ich primär den ewz.gigathlon wieder beenden. Sekundär dann die ungefähre Zeit der Premiere des Jahres 1998 erreichen". Trotz der zu erwartenden Strapazen und dem Durchwandern vieler physischer und psychischer Hochs und Tiefs auf der langen und teils beschwerlichen Reise vom Bergell nach Zürich, schwärmte Dubach. 1998 habe ich die damalige Weltpremiere dank ausgezeichneter Kräfteeinteilung ohne eine einzige Krise gut überstanden". Er habe sich damals Zeit genommen und sei die ganze Sache mit richtig dosiertem Einsatz angegangen. Bezahlt machte sich beispielsweise, dass ich auf die Bikestrecke einen kleinen Rucksack mitnahm. Auf dem Septimerpass konnte ich somit die Kleider wechseln". Apropos Septimerpass. Diesen hat der Dubach heuer dreimal trainingshalber überquert. Der 47jährige zu seinem Trainingsaufwand auf die diesjährige Prüfung hin: Der war von meinen Möglichkeiten her eher wenig und beschränkter Natur". Probleme mit dem Rücken zwangen ihn zu einer rund zweimonatigen Trainingspause im Februar und März. An Wochenenden, entweder samstags oder sonntags, habe ich dann mit dem Velo jeweils zwischen 100 bis 200 Kilometer absolviert". Dazu sei er als Mitglied des Schwimmklub Uster einmal pro Woche ins Wasser gegangen und Bladen' (Inlineskaten) sei für ihn auch kein Problem gewesen. Dann verriet der engagierte Geschäftsmann sein eigentliches Trainingsgeheimnis. Das Wichtigste ist vor allem die mentale Vorbereitung". So sei er, zu Hause entspannt im Whirlpool sitzend, die gesamte Strecke mehrfach durchgegangen. Ein Konzept, das er sich bei seinen 15 Teilnahmen am 100 Kilometerlauf von Biel, oder bei über 100 Teilnahmen an Waffenläufen angeeignet habe. So prägte ich mir entscheidende Schlüsselstellen ein und kenne auf vielen Strecken praktisch jedes Steinchen". Dubach unterstrich, dass er sich vor allem nach einem Wettkampf oft wochenlang in einem unbeschreiblichen Glücksgefühl befinde. Es ist jeweils wie im Drogenrausch. Von diesem psychischen Hoch profitiere ich später im harten Berufsleben Tag für Tag". Eine Woche vor dem zweiten ewz.gigathlon hat Erwin Dubach die erste Etappe und vor allem den Wechsel in Savognin nochmals geübt. Ich freue mich riesig auf den heutigen Tag", meinte Dubach bevor es um 6 Uhr zur Sache ging.Letztmalige Schlappe' vergessen machen
Rund die Hälfte der Singles scheiterte 1998. Einer davon war Werner Grieb. Welche Erwartungen trieben den Effretiker diesmal wieder an den Start? Ich habe ein einziges und klares Ziel. Ich will den ewz.gigathlon heute beenden". Der 48jährige Einkäufer verriet vor dem Start, dass er sich vor zwei Jahren bereits an diesem Ort befunden habe. Bei der Weltpremiere scheiterte ich allerdings. Auf der Velostrecke verlor ich im kräfteraubenden Gegenwind im Bündnerland (zu) viel Zeit. Auf dem Kerenzerberg, wo ich erst kurz vor 17 Uhr und somit nach dem offiziellen Kontrollschluss eintraf, wurde ich wie viele andere aus dem Rennen genommen". Das habe ihn mächtig gefuchst und ihm lange keine innere Ruhe gelassen. Noch nie bin ich zuvor beim Realisieren eines sportlichen Zieles gescheitert. Ich weiss, dass es heute wieder ein sehr schweres Unterfangen wird, Zürich-Oerlikon zu erreichen". Mit etwa 3000 Kilometer in den Beinen, die sich Grieb mit dem Velo zwischen seinem Wohnort und der Arbeitsstelle in Zürich (teils mit längeren Umwegen) antrainierte, dazu etwa 60 Kilometer Schwimmen und ungefähr 900 Laufkilometer in den Füssen, fieberte dieser wie viele andere erwartungsvoll und teils mit skeptischem Blick, der Rennfreigabe zu. Wie 1998 und bei seinen Teilnahmen am Trans Swiss Triathlon hatte sich Werner Grieb wieder eine persönliche Marschroute zurecht gestiefelt. Ich möchte die erste Wechselzone in Savognin gegen 10.45 Uhr erreichen".Diesmal nicht gen Süden
Mit der Gesamtzeit von fast genau 16 Stunden kam 1998 Martin Gautschi aus Hittnau als bester Zürcher Oberländer ins Ziel. Gautschi, der als Flugkapitän eines Airbus A320 der Schweizer Chartergesellschaft Edelweiss eigener Angabe nach gewohnt ist, immer nur gegen Süden und damit in Richtung sonniger Ferienziele zu fliegen", musste jetzt aus eigenen Kräfte die Schweiz alleine nordwärts bezwingen. Der 39jähige aus Hittnau absolvierte Ende Juni nochmals die ersten Etappe. Von Savognin aus mit dem Velo über den Julier ins Startgelände nach Castasegna. Dann mit dem Bike über den Septimer zurück nach Savognin. Der damalige leichte Wetterumbruch zeichnete mir auf, was uns beim heutigen Austragungstag alles erwarten kann".Der letzte Aufstieg zur Passhöhe hat es unheimlich in sich. Bekanntlich muss auf dem letzten Abschnitt von der Alp Maroz bis zum Kulminationspunkt auf 2310 Meter über Meer, das Bike entweder gestossen oder gar getragen werden. Nicht umsonst haben die Organisatoren jene rund drei Kilometer lange Passage den sogenannten Bike-Schleik-Trail' genannt. Die letzten 600 Höhenmeter sind überaus anspruchsvoll und werden auch heute vorselektieren". Bei seiner letzten Hauptprobe habe er bei Minustemperaturen leichten Schneefall angetroffen". Sollte das Wetter noch schlechter werden und am Septimer 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee liegen, werden viele Biker böse auf die Welt kommen". Auch der an Ausdauersport gewöhnte Gautschi (mit beispielsweise Teilnahmen am Ironman Canada, Hawaii und Lanzarote) unterstrich, dass die richtige mentale Einstellung ein (mit)entscheidender Faktor über das Gelingen des ewz.gigathlon-Unternehmens sein könne. Er habe im Vergleich zu früher diesmal nicht mehr so intensiv trainieren können. Der Job, die Familie mit drei Kinder...". Auf Sardinien absolvierte der Pilot aus Hittnau zahlreiche Trainingskilometer. Eigens wegen des schlechten Wetters legte sich Gautschi kurzfristig noch hohe Mountain-Bikeschuhe zu und lief diese zwei Tage vor dem Start richtig ein. Wichtig ist bei dieser extremen Witterungslage, dass man sich möglichst lange trocken halten kann". Das schlimmste sei, wenn man sich wegen der Nässe einen Wolf hole. Mitentscheidend ist aber auch die gute Betreuung". Diesbezüglich könne er sich auf die Hilfe zweier Experten verlassen. Der 1998 schnellste Zürcher Oberländer: Auf der abschliessenden Marathonstrecke, wo ich die fünftschnellste Zeit lief, konnte ich noch zehn Ränge aufholen". Er möchte unter den ersten zwanzig Singles ankommen. Wenn alles optimal laufe, gar einen Rang unter den ersten zehn Finishern anstreben.
Septimer &endash; Neuschee, fahrbar
Nach einer sehr kurzen Nacht, viele dösten in ihren Zelten in Erwartung eines ereignisreichen Tages in welchem sie viele Höhen und vielleicht noch mehr Tiefen zu durchwandern hatten, nur leicht vor sich hin. Dazu rüttelte ein starker Wind mächtig an den Blachen. Vorboten eines stürmisch werdenden Tages? Samstags um 4 Uhr fiel der von vielen sehnlichst erwartete Entscheid. Der Septimerpass präsentierte sich um diese Zeit mit exakt Null Grad und leichtem Schneefall. Die Strecke war damit, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, passierbar. Noch bei Dunkelheit fuhren die Biker zum Startgelände. Geduldiges und diszipliniertes Anstehen war sowohl bei den Toiletten-Häuschen, später beim Fassen der Breakfast-Bags angesagt. Ebenso für jene, die unmittelbar in den letzten Minuten vor dem Start ob der zunehmenden Nervosität nochmals dringendst austreten mussten. 14 Minuten vor sechs Uhr wurde in der unterirdischen Kaverne des ewz-Kraftwerk Castasegna Ravells Bolero gespielt. Mit diesem musikalischen Höhepunkt wurden die Biker auf die Strecke gelassen. Für einige gings in der Startphase nicht ohne Hektik ab. Einige hatten vor Aufregung den DataCip im Zelt oder Auto vergessen, andere bereits erste Defekte zu verzeichnen.Das Leiden am Berg begann...
Sieben Minuten dauerte es, bis das ganze Teilnehmerfeld den Startort verlassen hatte und mittels Le-Man'-Start auf die Strecke gehen konnte. Bereits hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Die erste Hälfte des Feldes mit scheinbar ambitionierten Leuten bestückt, zog fast sprintmässig auf und davon, als ob das Ziel bereits nach nur zwei Kilometer warten würde. Hinten nahm man es überaus gelassen und gemütlich. Einige der Teilnehmer nahmen sich getrost Zeit, nochmals auf stille Örtchen zu gehen. Einige bekundeten grösste Mühe, in der Startphase dem davon rollenden Feld folgen zu können. Dieses zog sich schnell in die Länge. Wie ein Tatzelwurm und schön an einer Perlschnur aufgezogen, hatte schon bald jeder mit sich selbst zu kämpfen.Gegen 8 Uhr hellte es am Septimer auf und unten in Savognin zeigte sich für viele nach langer Zeit wieder einmal die Sonne. In knappen drei Stunden schafften die Spitzenteams, angeführt von Reto Wysseier (Top of Seeland), gefolgt von Daniel Keller, der zusammen mit Karin Schuch bei den Couples startete, Ueli Niederhauser (Equipe Schmutz Sport) und Gerd Schierle (Südostschweiz) die erste Etappe. Urban Schumacher (Savognin) wollte zum einen seinen Heimvorteil auf der Bike-Strecke ausspielen, anderseits liess der letztmalige Zweitplazierte damit klar durchblicken, dass er heuer Ambitionen auf den Gesamtsieg hegen würde. Während Urban Schumacher 3:16.08,0 brauchte, benötigte der letzte Racer auf dieser Strecke, der als 210. klassierte Effretiker Werner Grieb, fast zwei Stunden mehr.
... und der grosse Regen kam
Teil mit zügigem Tempo, teils mit verhaltener Kadenz, kletterten die ersten der Teams die Lenzerheide hoch. Oben in Valbella präsentierte sich ihnen das erwartete und prognostizierte kühle Wetter. Wolkenverhangen und im Nebel die ebenfalls frisch verschneiten Berggipfel. Glücklich, wer wärmende Kleider für die anschliessende Tempoabfahrt bei sich hatte. Ab Malix dann einsetzender Regen. So auch in Chur, wo als Zwischenstation beim Kontrollposten Sommer Au eine wärmende Portion Pasta wartete. Viele nützen die Pause kaum und gingen schnellstens auf die 1998 gefürchtete, weil als überaus windig bekannte Stecke durch die Bündnerherrschaft.Je näher die Velofahrer Niederurnen und damit dem Ziel Zürich kamen, je schlimmer aber wurde das Wetter. Kalt, nass und garstig. Kein einziger Faden am Trikot blieb trocken. Petrus schien Gigathleten nicht zu mögen. Wieder waren alle Schleusen voll offen. Und wie. Weil Erfolg scheinbar zu beflügeln vermag, liessen sich die Spitzenteams auch von den widrigsten Verhältnissen nicht entmutigen. Kopf runter &endash; und einfach durch!
Völlig durchnässt erreichte das von Urs Dellsperger angeführte favorisierte Team (Power Bar) mit der schnellsten Zeit auf der Velostrecke durch Christoph Mauch realisiert, die Wechselzone Niederurnen. Ab diesem Zeitpunkt gab Power Bar seine Führung nicht mehr ab und holte sich mit Roger Schütz, Christoph Mauch, Anne Titze, Brigitte McMahon und besagtem Captain Dellsperger den Team-Titel mit einer Gesamtzeit von 11:25.43.8.
Gott sei Dank &endash; keiner ertrunken
Die vermeidlich leichteste Disziplin, das Bladen' durch die Linthebene, wurde wie ein Tanz auf Eier. Anhaltender Regen hatte auf der Strecke zu heimtückischen Lachen geführt. Aquaplaning war also angesagt und die Athletinnen und Athleten wurden immer wieder in der Wechselzone Niederurnen auf die überaus prekären Verhältnisse aufmerksam gemacht. Doch das war fast unnötig. Selbst die Zuschauer konnten ob des anhaltend schlechten Wetters die Lage richtig einschätzen. Ein Blick zum grau-in-grau verhangenen Himmel genügte. Man musste wirklich kein Wetterprophet sein, um die Prognosen der nächsten Stunden stellen zu können. Hunderte Optimisten hatten sich auf der Strecke vom Bergell nach Zürich am Strassenrand und in den Wechselzonen eingefunden, um den Athletinnen und Athleten aufmunternd zu applaudieren. Mit geradezu stoischer Ruhe schienen letztere die Witterungsbedingungen zu akzeptieren. Trotzdem, der teils kräftemässig gezeichnet die Veloetappe überstanden hatte, war froh, den DataCip an das nächste Teammitglied abgeben zu können. Viele der Zuschauer fragten sich. Wo war hier die Grenze zum inneren Schweinehund? Wo der Punkt, vorzeitig (und enttäuscht) die Waffen zu strecken? Wo der Wille, weiter dem Ziel entgegen zu streben?Stellte das Schwimmen bei der Weltpremiere noch gewisse Probleme (Sturmwarnung), präsentierte sich diesmal der Obersee fast spiegelglatt. Doch das Wasser war für dieses Jahreszeit kühl. Fast zu kühl. Darüber stritten sich die Experten fast und GigathlonDirector Peter Wirz musste die volle Verantwortung für diese Etappe übernehmen. Im Verlaufe des späteren Nachmittages, als weiter starker Regen eingesetzt hatte und die ankommenden Athletinnen und Athleten von den Strapazen des kalten Tages teils merklich gezeichnet waren, überliessen es die Organisatoren den Singles und Couples selbst, ob sie quer durch den See (sofern sie den obligatorischen Medical Check bestanden), oder die vorgeschlagene Alternativroute zu Fuss über den Seedamm bei Hurden in Angriff nehmen wollten. Selbst Dany Annaheim, seines Zeichens Trans Swiss Triathlon Men 1989 (damals zeitgleich mit Jürg Schiess jedenfalls traute sich die Seeüberquerung nicht mehr zu und wählte die neun Kilometer lange Laufroute.
Urban Schumachers Endspurt...
Bei den Racern hatte zwischenzeitlich Marcel Kraus aus Wildhaus die Spitze übernommen. In Benken hatte der Toggenburger einen Vorsprung von knappen elf Minuten. Diesen Rückstand vermochte Urban Schumacher bis Lachen zu verringern. Und, man ahnte richtig, auf den letzten zwei Teilstrecken, dem Schwimmen und abschliessenden Marathon, überholte der erklärte Favorit aus Savognin seinen engsten Widersacher entscheidend. Fast auf die Minute genau um 20 Uhr lief der letztmalige Zweitplazierte zu Standing Ovation im Zürcher Hallenstadion ein. Das Biken über den Septimer, sei die härteste Disziplin gewesen, erklärte der Bünder kaum gezeichnet. Es war kalt und ich spürte die Finger kaum mehr, denn ich hatte die falschen Handschuhe mti". Der überglückliche Sieger gestand, dass ich erst beim Velofahren von Savognin nach Niederurnen zeitweise ausgekühlt war. Beim Skaten habe ich später Rückenschmerzen gehabt. Problemlos hingegen verlief der abschliessende Marathonlauf"....und Dellspergers gezogener Hut
Duathlet Urs Dellsperger führte seine Mannschaft Power Bar' zum Sieg der Kategorie Teams. Der 37jährige Berner gestand, deswegen von Beginn weg einem unheimlichen Druck ausgesetzt gewesen zu sein. Ich war noch nie in der Rolle eines Captains. Damit lastete die Teamverantwortung auf mir". Dellsperger wurde in Savogin merklich nervös. Unser Biker Roger Schütz hatte einen Rückstand von gegen zehn Minuten aufzuweisen". Mit einer überaus starken Leistung auf der Velostrecke holte Triathlet Christoph Mauch aber wertvolle Zeit wieder auf. Gleiches gelang uns von Niederurnen nach Lachen, trotz eines Sturzes auf der Inline-Strecke unmittelbar nach dem Start durch Anne Titze". Nachdem Brigitte McMahon ihre (Triathlon)-Stärken beim Schwimmen voll ausgespielt hatte, lag es an Urs Dellsperger selbst, die erzielte Zeit auf der Marathonstrecke zu verwalten oder den Vorsprung noch auszubauen. Ich bin meinen Part wohl etwas zu schnell angegangen und hatte nach rund 30 Kilometer etwelche Probleme zu verzeichnen". Dellsperger bestätigte, dass ihm das Teamerlebnis am ewz.gigathlon 2000 unheimlich imponiert habe. Allgemein bin ich höchst beeindruckt von den gezeigten Leistungen. Insbesonders von jenen, die durch die Couples oder die Singles erzielt wurden. Als Einzelathlet unter solchen Bedingungen mit fünf verschiedenen Sportarten über fünf Etappen". Zum gegenübersitzenden neuen ewz.gigathlon Man 2000 Urban Schumacher: Wahrlich. vor deiner Leistung kann ich wirklich nur anerkennend den Hut ziehen". Sagte es, und zog seine Baseball-Mütze vom Kopf.Um 23 Uhr begann im gut gefüllten Hallenstadion die offizielle Siegerehrung, welche Betty Legler musikalisch begleitete. Kurz vor 23.30 Uhr dann der ganz grosse Moment. Wurde bei der ewz.gigathlon-Weltpremiere 1998 Brigitte Röllin mit 17:59.30,0 erste ewz.gigathon-Lady, so wurde diese Spitzenzeit heuer durch Karin Hiss noch unterboten. Die Snowboardlehrerin erstellte mit 17.23.19,1 eine neue Bestmarke. Als Karin Hiss die ersten Gratulationen in Empfang nehmen konnte, waren zu jenem Zeitpunkt noch viele (Leidens)-Genossen irgendwo auf der Marathonstrecke zwischen Rapperswil und Zürich unterwegs und sollten, das Ziel im Hallenstadion erst sehr später in der Nacht, müde aber glücklich, erreichen. All die unbekannten und ungenannten Athletinnen und Athleten zählten zu jener Kategorie, die ewz-Direktor Dr. Konrad Ammann bereits im Vorfeld alle mit ihrer Teilnahme als die grossen Sieger bezeichnete.
Für weitere Fragen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte den Veranstalter
Werbeagentur Peter Wirz AG
Telefon: 01 252 50 85
Bolleystrasse 27, Postfach 2125
CH-8033 Zürich
E-Mail: wirz.werbung@transswiss.ch